Gran Canaria

Ich hatte nicht vor direkt nach Deutschland zurückzukommen und führte mein Inselhopping nach Gran Canaria fort.
Nach einem Tag in London landete ich also in Las Palmas und hatte ein Zimmer in einer super netten WG über airbnb gebucht. Auf dem Weg vom Busbahnhof fielen mir einige Hippies auf und ich dachte: welch‘ coole Stadt ist das denn hier? Von La Gomera als Aussteigerinsel habe ich schon viel gehört, aber nun hier mitten in der Stadt? Ist das auf den Kanaren so, wenn man die Tourismuszone verlässt?

Luca, der airbnb-Gastgeber war sehr hilfreich und hatte Interesse an gemeinsamen Unternehmungen. So gingen wir gleich am Samstag in die Innenstadt, wo sich auch die Hippiefrage klärte. Es war Karneval und wir hatten einen Heidenspass in der verkleideten Menge feierwütiger Karnevalfreunde. Auf Gran Canaria wird dieser einen Monat lang zelebiert und mit ein bisschen Stolz rühmen Sie sich nach Rio de Janeiro den zweitbesten Karneval der Welt zu haben. Das wussten wohl noch mehr Menschen und die Innenstadt war voll mit Hippies, Tiere in Ganzkörperkostümen und vorzugsweise Männer in Frauenkleidung. Viele Städte wählen auch eine Karnevalskönigin, die sich auf einer Bühne präsentierend zur Wahl stellt. Die Kanditatinnen werden von Stadtteilen oder Firmen gestellt. Diese bunten Highlights konnte ich in Las Palmas und später Maspalomas sehen – in anderen Städten habe ich geschmückte Bühnen entdeckt und vielleicht wurde da Ähnliches veranstaltet. Gran Canaria war für mich bsiher nur die Sommerurlaubsinsel oder dass Senioren, dort überwintern. Es gibt aber auch eine Szene für digitale Nomaden in Las Palmas und alternativ Reisende auf der ganzen Insel.

Zur Insel: Gran Canaria liegt auf der Höhe Süd-Marokkos und hat einen Durchmesser von nur ca. 50km und Du fährst nur ca. 240km, um sie zu umrunden. Alle kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs und so lassen sich Vulkankegel und eruptierte Lavaflussverläufe in der nun begrünten Gebirgslandschaft gut erkennen. Die ersten Siedler kamen aus Afrika und nannten sich Chiaguas. Die Funde reichen ca 1400 Jahre zurück. Auch Columbus machte auf seiner Amerikaentdeckung hier Halt und das Casa Colon (Haus des Columbus) ist eine Touristenattraktion in der Atstadt von Las Palmas.

Nordroute: In der WG bei Luca habe ich eine Woche verbracht, den Jetlag verarbeitet, mit Luca als Touriführer durch die Altstadt geschlendert, erneute Karnevalsfeiern und WG-Grill-Dartabend mit seinen Freunden erlebt, bis ich mit geliehenem Auto zur 12-tägigem Inselerkundung aufbrach.
Las Palmas liegt im Nordosten der Insel und ich hatte mich für eine Inselrundfahrt gegen den Uhrzeigersinn zum Entdecken der Naturschönheiten und kulturellen Highlights entschieden.
Die Vulkaninsel ist echt schön und Ihre bewachsenen Berge und Täler erinnern mich an Neuseeland. Sie ist jedoch viel erschlossener und so winden sich viele kleine Strassen kilometerlang um die ehemaligen Lavamassen. Sehr schön sind die vielen kleinen Bergdörfer, von denen mir Tejeda am Besten gefallen hat. Von hier aus habe ich auch eine 4h Wanderung zum Roque Nublo gemacht. Von dieser 1600m hohen Erhebung hatte ich einen tollen Blick in die umliegenden Täler und konnte diese Naturschönheiten sehr geniessen. Diese Idylle hat mich etwas mehr als eine Woche begleitet und ich konnte die Zeit in Ruhe sehr geniessen.

Dann bin ich weiter Richung Süden, in den mehr touristisch erschlossenen Teil gefahren. Auf dem Weg nach Puerto Mogan nahm ich zwei Tramper mit, die am Abend eine Darbietung als Feuerschlucker planten und mich einluden vorher gemeinsam den Sonnenuntergang an der Felsenküste zu geniessen. Der Unterschied zwischen der idyllischen Berggegend und dem von Hotels und Restaurant zugebauten Talausläufer ins Meer ist schon krass. Die Gemeinschaft mit den anderen Travelern, die ich beim Sonnenuntergang traf und die sich mit Feuerspucken, Seifenblasen o.ä. Ihren Tagesunterhalt verdienten, war eine echte Wohltat im Vergleich dazu.

An der Südküste bin ich nur weiter vorbeigerrauscht, da sich in jeder Bucht das gleiche Bild an Hotels und Restaurants bot. Ich mache irgendwie anders Urlaub. Die Dünen bei Masmaplomas mit dem Playa des Inglés (Strand) wollte ich mir dennoch nicht entgehen lassen und spazierte diesen in Abenddämmerung entlang. Maspalomas, als künstliche Touristenstadt auf eigentlichem kargem Grund besteht nur aus Hotels und Restaurants und wird wohl nicht wieder mein Ziel werden.

Die letzten Tage verbrachte ich über einen kurzen Abstecher Richtung Norden an der Ostküste wieder in den Bergen am höchsten Punkt der Insel dem Pico de las Nieves. Nach einer kleinen Wanderung fuhr ich langsam wieder Richtung nach Las Palmas – der Rückflug naht.

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